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Krönender Abschluss der Hak-Zeit für Julia Gaiswinkler

Im Mai letzten Jahres schickte ich einen Text nach Hermagor, wo der 7. Bachmann Junior Literaturpreis stattfindet. Darauf hingewiesen wurde ich von Professor Susanne Reisinger und TeilnehmerInnen kamen, wie auch beim bekannten Bachmann Preis, aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Das Thema lautete „Ein Wort nur fehlt“ nach Ingeborg Bachmanns Gedicht „Wie soll ich mich nennen“. „Corona sei Dank“ musste die Siegerehrung allerdings vom 16. Oktober 2020 auf den 29. Mai 2021 verschoben werden. Dort konnten dann allerdings nur mehr die ersten Drei zur Siegerehrung und Lesung eingeladen werden (naja, Corona eben).

Glücklicherweise war ich dabei und wenn ich mit vielem gerechnet hatte, dann nicht damit, den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Doch so kam’s und ich bin nun stolze Besitzerin einer Glastrophäe in Form eines Buches, eines Buches in dem die besten 15 Texte meiner Gruppe, sowie der Nachwuchsgruppe stehen und einem stattlichen Preisgeld. Und selbstverständlich erfüllt von einer Menge Freude.

Ein Auszug aus meinem Text, mit dem Titel „Evi“ kann hier nachgelesen werden:

„Katrina war schnellen Schrittes durch die dunkle Gasse gegangen. Ihre Knie hatten geschlottert und ihre Hände waren bereits eiskalt. Im dichten Schneegestöber Münchens war bloß die nächste Straßenlaterne auszumachen. Sie hatte sich ihre dicksten Pullis und Socken angezogen, war eingepackt im alten Anorak ihres Vaters und hatte die selbstgestrickte Mütze ihrer Großmutter aufgesetzt. Minus drei Grad Celsius. Der pure Wahnsinn. Endlich bog sie in die Seitenstraße ein, in der die kleine Wohnung ihrer Freundin Judith lag. Nur noch wenige Schritte hatten sie von der Klingel und der somit rettenden Wärme getrennt. Doch im Türrahmen stand jemand. Ein Mann mittleren Alters drehte sich um und betrachtete sie von oben bis unten. Katrina beachtete ihn nicht weiter, klingelte und schrieb Judith eine Nachricht. „Funktioniert deine Klingel nicht? Ich steh hier, mach auf.“ Nichts geschah. Der Mann war mittlerweile nähergetreten. „Na Zuckerpuppe, willst du rein?“, hatte er mit einem schleimigen Grinsen gefragt. Freundlich wie sie eben war, hatte Katrina geantwortet. „Wenn Sie so freundlich wären und mich reinlassen würden, wäre das spitze.“ „Wieso lässt du mich nicht rein?“, hatte er geantwortet und war noch ein Stückchen nähergekommen. Katrina stieg die Hitze ins Gesicht und dachte, sich verhört zu haben. „Wie bitte? Sie spinnen ja wohl.“ „Bitte, bitte, bitte mach endlich auf, Judith!“, dachte sie. „Du blöde Schlampe, denkst ja wohl, du bist was Besseres. Dreckiges Frauenzimmer.“ Er hatte sie gepackt, noch ehe sie wusste, was geschah. Mit ganzer Kraft trat und schlug Katrina nach ihrem Angreifer aus, doch nichts half. Ein Schlag gegen die Schläfe und sie war wehrlos. Eine halbe Stunde später wurde sie wach. Eine Hand rüttelte an ihrer Schulter und eine sanfte Stimme beschwor sie aus ihrer Ohnmacht. Rings um sie herum lagen Fetzen ihres Anoraks. Benommen versuchte sie sich aufzusetzen. „Hey, langsam, junges Fräulein.“ „W-Was ist passiert?“, fragte Katrina, die nun als ältere Frau auszumachende Stimme. „Ich wollte eben mit Jumbo Gassi gehen, da sehe ich Sie vor der Eingangstür herumliegen. Zuerst dachte ich, Sie seien womöglich betrunken, doch dann sah ich die Fetzen dort liegen.“ All das half Katrina nicht weiter. Sie wollte nach ihrem Handy greifen, doch als sie sich zu bewegen begann, schoss ein stechender Schmerz durch ihre Glieder. Tränen traten ihr in die Augen, und als sie nach unten sah, wusste sie warum. Dort, wo einmal ihre Hose gewesen war und ihre Unterwäsche hätte sein sollen, rann ein dünnes Rinnsal an Blut.“

In diesem Sinne möchte ich mich noch bei den Professoren Reisinger und Hübler für die Möglichkeiten und Chancen, die sich mir dank ihnen eröffnet haben und für die Unterstützung bei den Bewerben bedanken. Ohne sie würde meine kleine Welt heute vermutlich ganz anders ausschauen.

In diesem Sinne: Julia Gaiswinkler over and out.