Es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf die einfachste Art zu sagen.
Ralph Waldo Emerson

Exkursion der 2AHK nach Oberösterreich

hartheim_kleinAm 4. November pünktlich um 7:40 Uhr startete der Bus mit unserer Klasse, der 2AHK, begleitet von unserem Klassenvorstand Prof. Mag. Simon Pichlmayer und Mag. Christoph Huber, Richtung Oberösterreich. Den ersten Halt machten wir bei der Möbelfabrik HALI in Eferding. Wir besichtigten die Fabrik und konnten bei allen Arbeitsschritten zuschauen, angefangen vom Zuschneiden der Holzplatten bis hin zum fertigen Büromöbel. In den meisten Bereichen arbeiten die Maschinen so laut, dass die Mitarbeiter verpflichtend einen Lärmschutz tragen müssen. Im Produktionsbereich sind nur wenige Leute beschäftigt, denn ein Großteil der Güter wird maschinell gefertigt. Am wichtigsten ist daher der Maschinenführer, der die Geräte einstellt und regelmäßig kontrolliert.

 
Durch den Einsatz der Technik ist die Verarbeitung in den letzten Jahren viel einfacher und schneller geworden, deshalb wurde viel in neue technische Hilfsmittel investiert. Den wenigen Mitarbeitern konnten wir bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Zusammengebaut werden die Möbel zum Schluss von Menschenhand. Schrauben, Metallverbindungsstücke und Ähnliches werden von einer anderen Firma geliefert. Am Ende brachten uns unsere Führer noch zu den Lackierern, die den letzten Schliff an den Möbeln vornahmen. Nun wurden uns noch wichtige wirtschaftliche Informationen mitgeteilt, die uns als Schüler der Handelsakademie besonders interessierten, zum Beispiel dass es die fertigen Produkte nicht in jedem Möbelgeschäft zu kaufen gibt, sondern nur in firmeneigenen Verkaufsstellen. Wir erfuhren also praxisnahe Details und viele interessante Dinge über einen sehr wichtigen Betrieb in unserem Land. Auch für Fragen, die uns freundlich beantwortet wurden, war ausreichend Zeit. Nach der langen Führung wurden wir mit einer guten Jause belohnt.
Nun war es Zeit, uns wieder zu verabschieden und in unseren Bus zu steigen, um das nächste Ziel unserer Exkursion in Angriff zu nehmen: Schloss Hartheim.

Schon von Weitem sahen wir das Schloss in die Höhe ragen, und wir wussten schon ungefähr, was uns dort erwarten würde. Denn dieses von außen friedlich wirkende Schloss diente in der Nazizeit als Tötungsinstitution. Behinderte aus ganz Österreich und Bayern wurden nämlich dorthin gebracht und in einer Gaskammer getötet. Heute werden dort in einem Heim Behinderte betreut, und es werden informative Führungen angeboten. Unser Besuch fing mit einigen Filmen an, die uns zeigen sollten, wie schwer es für Behinderte heutzutage ist, dieses Schloss alleine zu finden. Danach besichtigten wir die ehemalige Garage, in der die kleinen Busse mit den späteren Opfern ankamen. Diese diente dazu, dass die Leute aus dem Dorf nichts mitbekommen sollten. Später wurden wir durch mehrere Räume geführt, die uns viele Informationen über das Schloss zur Nazizeit und einige Ereignisse und Personen, unter anderem auch Ärzte, die an den Tötungen beteiligt waren, zeigten. Wir konnten durch die Gaskammer und die Leichenhalle gehen und erfuhren, dass die Toten nachher verbrannt wurden. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch verließen wir diese Räume und gingen zur nächsten Station der Führung.

Wir absolvierten einen Rundgang durch die Ausstellung „Wert des Lebens“, in der gezeigt wurde, welche gesellschaftliche Einstellung die Menschen früher hatten. Man unterschied nämlich die Arbeiter und die Arbeitsunfähigen. Eine größere Gruppe von Arbeitern tat sich zusammen und schaute, zu welcher Tätigkeit die Leute noch fähig waren oder ob sie zu nichts mehr zu gebrauchen wären. Diese Tatsache schockierte uns ein bisschen. Die Leute wurden auch in Gruppen von Ärmeren und Reicheren eingeteilt. Diese und einige weitere Dinge wurden uns hier wieder genau erklärt. Die nette Führerin stellte uns einige Fragen zum Thema, sodass wir auch aktiv mitwirken konnten.
Als auch diese interessante Besichtigung vorbei war, stiegen wir wieder in unseren Bus und freuten uns schon auf das letzte Ziel unserer Exkursion: die Shoppingcity Wels. Dort vergnügten wir uns trotz der teilweise schockierenden Details, die wir erfahren haben noch beim Essen und Einkaufen, ehe wir uns dann auf den Heimweg machten.

Karola Ogertschnig, 2AHK



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